Irgendwas scheinen wir ja richtig zu machen

Es war mal wieder Samstagmorgen und damit Spieltag, genauer gesagt der 4. Spieltag, der F2-Junioren vom FCLL. Der Schauplatz war genauso schön wie abgelegen. Früh am Morgen fanden sich Trainer, Eltern und 14 Jungs und Mädchen auf dem inmitten des Waldes gelegenen Sportplatz des 1. FV Stuttgart 96 ein. Die Stimmung war gut, in Angesicht des Sonnenscheins, der im Laufe des Vormittages noch zur Last werden sollte.
Wie immer an Spieltagen waren die anwesenden Kinder in zwei Mannschaften aufgeteilt, die an diesem Samstag insgesamt sieben Spiele bestreiten sollten. Neben dem Gastgeber erwarteten uns vertraute, fast familiäre Gesichter, unter anderem aus Bernhausen, aus Kaltental, aus Leinfelden und von Allianz. Während eine unserer Mannschaften erfolgreich ins Spielgeschehen startete, feuerte die andere Mannschaft sie von der Seitenlinie an und erwartete dabei sehnsüchtig ihren eigenen ersten Einsatz.
Auch diese Mannschaft startete schließlich erfolgreich und so schien der Vormittag, wie schon häufiger in den letzten Wochen, ein schöner und erfreulicher zu werden. Die Bewirtung des Gastgebers war fantastisch und so wurden die Kinder in den Spielpausen mit Waffeln versorgt, weil das eindeutig die beste Nahrung für junge Sportler ist … An den Leistungen der Mannschaften schien es zum Glück nichts zu ändern. Die Mannschaften zeigten sich deutlich verbessert im Passspiel und in der Zusammenarbeit (lohnt sich doch, wenn man den Trainingsfokus darauf legt).
Unsere erste Mannschaft beendete das Turnier schon frühzeitig, und die Jungs waren sichtlich zufrieden, nachdem sie alle ihre drei Spiele gewonnen hatten. Meine Mannschaft hatte insgesamt vier Spiele (wir haben es geschafft, dass jedes Kind in genau drei Spielen zum Einsatz kam, obwohl es manchen natürlich nicht genug war). Zu unserer Überraschung und großen Freude gewann die Mannschaft zwei ihrer ersten drei Spiele und war nur ein paar kleine Abstimmungsprobleme von mehr entfernt. Der Teamgeist zeigte sich im letzten Spiel, als die Mannschaft, die ihre Spiele bereits absolviert hatte, ihre Teamkollegen von der Seitenlinie aus unterstützte.
Natürlich hätten sie in diesem Spiel noch gerne mitgespielt, aber das war ja nicht Sinn der Sache. Deshalb erlaubte ich ihnen spaßeshalber, in der letzten Minute den Platz zu stürmen und das Spiel mit 14 gegen 5 Spieler zu beenden. Zu meinem Glück hatte keiner der Jungs eine Ahnung, wann die letzte Minute des Spiels anbrach und so wurde das Spiel abgepfiffen, bevor es zu einem Platzsturm oder gar dem Diebstahl des Elfmeterpunkts kam. Dennoch liefen sie fröhlich zu ihren Teamkollegen, da diese auch ihr letztes Spiel mit 2:1 gewonnen hatten.
„Irgendwas scheinen wir ja richtig zu machen“ war das bescheidene Fazit des Vormittags. Die Fortschritte beider Mannschaften sind deutlich zu sehen und deshalb hatten wir allen Grund zufrieden zu sein. Natürlich war es den Kindern wichtiger, dass sie viele Spiele gewonnen haben und so war es schön, dass eigentlich alle zufrieden nach Hause fahren konnten. Wenn wir es beim nächsten Mal noch schaffen würden, dass wir alle anwesenden Spieler und Spielerinnen zu einem gemeinsamen Mannschaftsfoto versammeln können und auch mehr als die Hälfte von ihnen in die Kamera schauen, kann man sich kaum noch über etwas beschweren.
Marius

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Kleine Kinder, großer Charakter

Es war das erste Freiluftturnier für unsere F-2 Junioren im Kalenderjahr 2018. Von unserer sonst so zahlreichen Truppe hatten es immerhin 8 mehr oder weniger motivierte Jungs und Mädchen am ersten Ferientag auf die Waldau geschafft. Insgesamt 6 Mannschaften nahmen am Turnier der gastgebenden Tus/Germania Degerloch teil und standen schon am frühen Morgen erwartungsvoll auf den zwei Spielfeldern, auf denen das Turnier ausgetragen werden sollte.

Zu Beginn lachte nicht nur die Sonne, nachdem die bunt zusammengewürfelte Mannschaft ihre ersten zwei Spiele gewonnen hatte. Die Stimmung sollte nicht lange halten … Nach einer unglücklichen Niederlage im dritten Spiel war die Harmonie Geschichte. Es kriselte innerhalb der Mannschaft und so lagen wir auch im vierten Spiel schnell mit 1:3 zurück. Zu diesem Zeitpunkt, jedoch, änderte sich etwas dramatisch. Die Mannschaft steckte nicht auf, sondern bewies fortan große Charakterstärke. Plötzlich verteidigten alle 4 Feldspieler im Kollektiv, sie kämpfen um jeden Ball (teilweise auf dem Boden liegend) und belohnten sich schließlich mit dem hochverdienten Ausgleichstreffer zum 3:3. Das Aluminium verhinderte sogar noch zwei weitere Treffer. Dennoch handelte es sich um einen moralischen Sieg. Unter den Augen zahlreicher Eltern, Geschwister und Trainer, die die Spiele teilweise sehr ruhig, teilweise weniger ruhig (Meine Wenigkeit) verfolgten, boten sie nochmal eine starke Leistung im letzten Spiel und belohnten sich mit einem weiteren Sieg.

Nach einigen Stunden Hochleistungssport endete damit ein tolles Turnier, welches von Blut, Schweiß und Tränen nicht verschont geblieben war. Dennoch konnte die Bilanz nur positiv ausfallen.
Nicht nur hatte die Mannschaft einige Spiele gewonnen, sondern sie hatte auch starke Leistungen geboten, Teamgeist gezeigt und sogar ein zwischenzeitliches Tief überwunden. Am Ende des Vormittages hatte jedes der 8 Kinder viel Spielzeit (In den Augen mancher war es natürlich nicht genug, aber man kann es schwer jedem Recht machen …) gehabt, um sich weiterzuentwickeln und zu einem positiven Vormittag beizutragen. Zum Abschluss versammelten wir uns noch für ein Erinnerungsfoto mit Blick auf den Fernsehturm. Dabei hielten die Kinder jeweils 3 Finger in die Höhe, stolz auf die Anzahl der Siege, die sie errungen hatten.

Marius

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Am Ende des Tages zählt nur….das letzte Spiel

Heute war alles drin: Unglücklich gefangene Tore, unglücklich nicht geschossene Tore, Weinkrämpfe, Wutanfälle, Beschimpfungen der eigenen Leute, Tätlichkeiten, kurzum Trainern und Eltern waren heute sehr gefordert im Tränentrocknen, Beruhigen, Wogen glätten, Schlichten, und so weiter und so fort. Kein einfacher Tag also, in diesem unfassbar perfekt organisierten Turnier in Denkendorf. Nach dem dritten – ja unglücklichen -Spielverlauf, warf mein 7 jähriger (!!!) Torspieler seine Torwarthandschuhe von sich mit den Worten: „ich beende hiermit meine Karriere“. Und während ich noch sinniere über Karriereausrichtungen, schießen die Jungs ein Tor nach dem anderen und all der Ärger, Wut und Frust entlädt sich nach der Emotionskumulation in so frenetischem Jubel, dass man meinen könnte, wir hätten die WM gewonnen und nicht das Spiel um Platz 9.
Aufgeräumt und mit strahlenden Gesichtern lassen uns die Knirpse fassungslos das Fazit ziehen: Wir müssen dringend noch an der emotionalen Stabilität und dem Teamgeist arbeiten- kicken können wir nämlich, und ganz zentral: Entscheidend ist das letzte Spiel, denn ein verlorenes Finale ist schlimmer als ein eroberter neunter Platz- zumindest, wenn man sieben ist 😉
Ricky

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